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Probenbericht vom 16.06.2016

Eine Probe voller Unerwartetem: Mit stark dezimierter Anzahl an Teilnehmern (an dieser Stelle bitte einen erhobenen Zeigefinger denken) und dramatisch langen Todesszenen haben wir unseren Donnerstagnachmittag verbracht.

Bisherige Vorstellungen vom Ende wurden verworfen, stattdessen durchsuchten wir unsere Kopfkinos nach starken Bildern, die wir anschließend versuchten in einer Inspirationsimprovisation umzusetzen. Sagt man eigentlich Amen, wenn jemand stirbt? Und wer hält die Grabrede für den Bösewicht?

 

Intensivprobe am 19.06.2016

Hier ein kurzer Überblick Über die Geschehnisse am vergangenen Sonntag für alle Kranken und Verlorenen:

  • die ersten vier Akte wurden in den Rollen gelesen
  • es wurde kräftig im Text gekürzt und verändert
  • die Supermarktszene wurde zum wiederholten Male neu besetzt und geplant (ein Probentermin den Ferien ist angesetzt)
  • es entstand ein Piratenlied, welches dann kräftig unter der Leitung von Dennis, geprobt wurde
  • auch ein Lied über Wendys wundervoll kitschiges Häuschen erblickte das Licht der Bühne
  • eine chorische Peter-und-Wendy-Szene wurde geprobt
  • ein Segel wurde auf- und wieder abgespannt
  • es wurde viel und fleißig gegessen (Dank den Resten vom Platenlaase-Frühstück, an dieser Stelle eine Empfehlung von Peter und seinen Freunden)
  • unsere Rollen fanden sich aufgrund einer Improvisation in völlig neuen Kontexten wieder, die bewältigt werden wollten

 

Für Dichter und Denker

Die Probenarbeit schreitet voran, es existieren ein vorläufiger Stückablauf, zauberhafte Identitäten (die Rollen sind festgelegt!) sowie zahlreiche Ideen für Bühnengestaltung und Kostüme, dennoch müssen noch einige Dinge besprochen werden. Macht euch doch deshalb doch bitte über folgende Punkte Gedanken:

  • Die Supermarkttruppe (Holle, Leara, Theresa) soll laut Carolins Vorschlag noch öfter im Stück auftreten, immer mal so zwischendurch. Dabei soll das hier gespielte fern ab von der Nimmerlandthematik sein. Es bieten sich  beispielsweise Zeitungsartikel (auch aus dem Vorprojekt) an. Habt ihr da Ideen? Bitte teilt sie uns mit (Hinweis: Man kann hier auch kommentieren:)).
  • Auch brauchen wir noch Vorschläge im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, genauer gesagt Vorschläge und Ideen für ein Plakat. Würdet ihr eher etwas Gezeichnetes oder etwas fotographisch Erstelltes bevorzugen?

 

TOFU MORTALE

Falls sich jemand fragt wo der spielende Theatermob um Peter-Pan seine Zeit vom 31.03. bis zum 01.04 verbracht hat, bekommt er nun eine Antwort: Wir waren in Platenlaase und haben zwei Tage lang an unserem Peter-Pan gebastelt, bis er genau so schön stolz dastand und genauso viele Abenteuer erlebt hatte wie das sein sollte!

Alles begann damit, dass Peter aus einer Blüte fiel, oder von seinem Model-Vater und seiner Nonnenmutter verstoßen wurde, oder damit, dass Peter aufgrund eines verführerischen Butter-Sonderangebotes im Supermarkt vergessen wird.
So oder so ähnlich ist aus dem einstmals bürgerlich-biederen-Gutenachtgeschichten-Peter-Pan ein blutrünstiger Killer geworden, der sich nach und nach durch eine ganze Straße mordete und schließlich dafür sorgt, dass Wendy schwanger wurde. Letztendlich wird Peter wahnsinnig, springt zunächst zähneputzend durch den Badezimmerspiegel und bringt Dr. Freud in seinem Büro zur Weißglut. In Acht nehmen muss er sich außerdem vor miesen Müttern, saloppen Sozialarbeitern und fanatischen Feen.

TAG 1
Nachdem wir Peter durch nicht nur einen, sondern gleich durch drei turbulente Lebensläufe geschickt haben (über das Waisenheim über das Jugendgericht bis zu Möhrenbert und Gurkentrude und letztendlich in die Irrenanstalt) mussten sich die erhitzten Gemüter zur Abkühlung erst einmal unter einem Berg Nudeln vergraben.

EIN PRAKTIKUM BEI DR. FREUD
Ein frühreifer, hochbegabter Peter-Pan macht nach erfolgreichem Schulabschluss ein Praktikum beim erfahrenen Professor Dr. Siegmund Freud. Peter übersieht nicht nur die Wut des Patienten sondern auch die des Professors selber über Peters Übergriffigkeit in der Gesprächstherapie. Stattdessen möchte Peter lieber sein ganz persönliches Traumerlebnis mitteilen.

SUPERMARKT
Abgelenkt durch ein unschlagbares Sonderangebot (Butter im 10ner Pack 10 Cent billiger) wird Peter-Pan im Supermarkt vergessen. Peter wird mit der Verantwortung über seinen weiteren Verbleib alleingelassen und von den verschiedensten Auswüchsen der Gesellschaft durch das Flipper-Automaten ähnliche Gängesystem des Supermarktes geschoben. Gelangt Peter schließlich zu einer besseren Zukunft? 10.000Likes und ich sag´s euch.

DER WEG DURCH DEN SPIEGEL
Anstatt beim alltäglichen Zähneputzen langweiligen trüben Gedanken nachzuhängen, stellt sich die Familie gegenseitig ihre Traumlandschaften vor und versucht verzweifelt diese zu erreichen. Doch die Suche des geheimein Passwortes gestaltet sich schwieriger als gedacht.

DIE HÄUSER
Eine Straße voller Chancen die nach und nach abgearbeitet und vertan werden. In jedem der Häuser wird Peter zwar freundlich aufgenommen, doch sofort wieder vertrieben, als der sein wahres kriminelles Ich zum Vorschein kommen lässt. So endet Peters moralische Reise schließlich vor dem Jugendgericht.
ER-UND ZERDEKEN DES NIMMERLANDES
Peter ist wütend. In einer Trotzphase verschließt er sich in seinem Zimmer und versucht seine negativen Gedanken in Farbe zu gießen. Am Anfang kommen seine kleinen Helferlein mit dem Erschaffen von Traumgestalten noch hinterher und es entsteht eine Fülle von farbenfrohen Abenteuern, doch das Unglück beginnt, als Peters Gedanken sich zu überschlagen beginnen und seine Phantasie überholen.

TAG 2
Nachdem uns glücklicherweise kein „Tod durch Chilli“ ereilt hatte, konnten wir morgens produktiv in den Tag starten und einige wundervolle Szenen entwickeln:

DIE VERLORENEN JUNGS
Nachdem J.M Barry uns ausführlich und poetisch wertvoll in die Welt der verlorenen Jungs eingeführt hat, erhalten wir einen Einblick in ihre alltäglichen Kabbeleien, Sorgen und natürlich in ihre Abenteuer.

DIE PIRATEN
Die groben Umgangsformen der Piraten und ihre morbid-süßen Mordpläne sind Teil der Jagt nach den verloren Jungs. Im Zuge dessen erfahren wir auch, was es mit Hook und dem Krokodil auf sich hat.

EINE GELBE KRAVATTE
Der von Verzweiflung gezeichnete Herr Darling zerbricht beinahe an der unmenschlichen Aufgabe sich eine Krawatte zu binden. Doch Rettung naht! Seine reizende Gattin Frau Darling hat sich noch von keiner noch so schweren Aufgabe um ihre Bockwurst beim Geschäftsessen ihres Mannes bringen lassen.

DER ERZÄHLER UND DIE ABGESÄGTE HAND
Nachdem der mysteriöse Erzähler Licht ins Dunkel des Nimmerlandes bringt wird es den Piraten zu bunt und sie entführen ihn kurzerhand mit großer Anstrengung hinter den Vorhang. Die verlorenen Jungs unter Peters Leitung wittern ein neues Abenteuer und handeln trotz Tigerlillys Sturheit einen unsichtbaren Indianer zum Zwecke von Kampfhandlungen aus. In einer spannenden kriegerischen Auseinandersetzung, gespickt mit Kommentares des Gekidnappten, entscheidet sich das zukünftige Schicksal des Nimmerlandes.

Improvisationen

Bei der letzten Probe haben wir zum Thema Erwachsen werden improvisiert, hier einige Statements:

ich möchte nicht erwachsen werden weil:

-Strampler so gemütlich sind

-ich Angst vor dem ganzen Papierkram und der Verantwortung hab

-ich dann nicht weiter schlafen kann

-ich frei, lebendig und beweglich sein will

-ich Angst habe, meine Neugier zu verlieren

-ich keine Lust hab zu arbeiten

-ich Angst hab, später in die Vergangenheit zu schauen

-ich so bleiben will, wie ich jetzt bin

-ich Angst hab, meinen Spaß zu verlieren

-ich dann nicht mehr fliegen kann

-ich kein Auto fahren will

-Erwachsene spießig sind

-ich dann meine Freiheit aufgeben müsste

-ich keine Schneeflocken mit der Zunge fangen könnte

-ich nicht immer hinterm Geld herrennen will

-man einem Kind leichter vergeben kann

-Erwachsene immer alles im Griff haben müssen

48 Stunden Theater Marathon

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Pasta Mortale-48 Stunden Theatermarathon

Michael Jackson im Netherland, eine bierdosenwerfende Fee, eine Katze namens Dings und ein mysteriöser Todesfall durch Chilli.

Obwohl jeden Tag die Hoffnungen unserer ausgedörrten Schauspielerherzen auf herzhafte Hartweizengrießnudeln schwanden, und die Angst vor Gruppenduschen stetig stieg, sind in 48 Stunden unsagbar unfassbare Kunstwerke geschaffen worden.

Vier Szenen, 8 Themen, 21 euphorisierte Darsteller und 3 dauerhaft kompetente manchmal butterweiche und manchmal knallharte professionelle Anleiter. Das klingt nach einer einfachen, explosiven, schillernden Rechnung, die mehr als nur gut aufging. Die komfortable Unterbringung erfolgte in Betten und auf Brettern die die Welt bedeuten.
Piep, piep, piep, wir ham uns alle lieb“

Nachdem die moderate Moderatorin Cindy uns die glücklichste Familie der Welt vorgestellt und dieser ein hinterhältiges Hausmädchen auf den Weg gegeben hatte, beginnen die Dinge aus dem Ruder zu laufen. Die wundervolle Wendy muss in der Schule nachsitzen, was letztendlich dazu führt, dass das Kaninchen der Familie Darling auf grauenhafte Weise sterben muss.

Alle Kinder werden erwachsen, nur eins nicht“

Ein von seiner Familie verstoßener Junge ohne Peter-Pan-Syndrom, der aber trotzdem nicht erwachsen werden wollte, begibt sich zusammen mit seiner haarigen und zuckersüßen Katze Dings auf die Suchen nach einem großen letzten Abenteuer. Dabei müssen sich die beiden nicht nur großen Fragen nach Leben oder Tod, sondern auch mit dem „Was kommt danach“ auseinandersetzen.
Hast du deine Tabletten schon genommen? “

Ja. Nein. Vielleicht. Michael Joseph Jackson weiß es selbst nicht so genau. Und eigentlich gibt es auch viel wichtigere Probleme in seinem Leben. Zum Beispiel sein leistungsgeiler Manager Hook, seine tollpatschige und überfürsorgliche Frau Wendy und seine aufreibende Arbeit. Mit der Zeit wird es immer schlimmer all diese Teile seines Lebens unter einen Hut zu bekommen.

 

Wenn du springst dann stirbst du“

Eine desillusionierte Wendy kehrt in ihr Elternhaus zurück. Dort trifft sie auf ihre gebrechliche Mutter und ihren alkoholliebenden Bruder. Nach einem unangenehmen Abendessen träumt sie sich in ihre zurückliegende Kindheit zurück. Nach einem ernüchternden Gespräch mit ihrem Bruder entschließt sich Wendy den großen Sprung ins Freie zu wagen.

 

 

Fazit

Was bleibt nach 48-Stunden? Der bedingungslose Wille, jede Schandtat nicht nur zu wiederholen sondern zu zelebrieren. Hoch die Bierdosen und Kaffeetassen.